Besuch der Steinwache in Dortmund

Besuch der Steinwache in Dortmund

Mescheder Schüler besuchen NS-Gedenkstätte in Dortmund

 

In einer Führung durch die Dortmunder Steinwache am 9.12. lernten die Klassen 10 der Realschule der Stadt Meschede gemeinsam mit den Lehrern S. Bredow, L. Bronner und C. Vicktor Hintergründe und Methoden der Inhaftierung und Folterung von vor allem politischen Gegnern des NS-Regimes kennen.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts war das Interesse entstanden, sich einmal näher mit den Verbrechen der Nazis von 1933 bis 1945 hier in Deutschland, besonders in der näheren Region zu befassen. Schon seit Jahren gehört für die Realschule die Dortmunder Steinwache als außerschulischer Lernort zum festen Bestandteil des Schulprogramms. Finanziell unterstützt wurde die historische Exkursion vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und von der Mescheder Geschwister Gödde-Stiftung. Die Geschwister Gödde hatten im Zweiten Weltkrieg zwei Brüder verloren, einer der Brüder ist auf dem Ehrenfriedhof in Eversberg bestattet.

Nachdenklichkeit löste bei den 80 Mescheder Schülerinnen und Schülern der Gang durch die engen Zellen der Steinwache aus, Zellen, in denen oft auch junge Menschen ohne jede rechtliche Grundlage verhört, festgehalten und auch seelisch wie körperlich gefoltert wurden. Die seit 1906 in der Steinstraße im Dortmunder Norden gelegene Polizeiwache war 1928 um ein Gefängnis erweitert worden. Es war zu seiner Zeit das modernste seiner Art in Deutschland, bot es doch eine Heizung in jeder der ca. 50 Zellen und regelmäßige Mahlzeiten. Wegen dieser Umstände ließen sich zur Zeit des Höhepunkts der Weltwirtschaftskrise 1929/1930 nicht wenige Menschen durch ein „absichtlich“ begangenes Vergehen inhaftieren. Als 1933 die Nazis in Deutschland an die Macht kamen, funktionierten diese das Gefängnis zum Folter-Gefängnis für politische Gegner des NS-Regimes um („Hölle Westdeutschlands“). Die allermeisten der von 1933 bis 1945 dort inhaftierten etwa 65.000 Häftlinge wurden unter Rechtsbeugung – nicht selten nach einer Denunzierung aus der Bevölkerung – gegen ihren Willen gefangen gehalten und wurden mitunter in die mittlerweile bestehenden größeren Konzentrationslager (KZ), insbesondere in das KZ Buchenwald, deportiert, von woher sie nicht selten nicht mehr zurückkehrten. Von 1961 bis 1989 diente die Steinwache als Obdachlosenheim, danach als Mahn- und Gedenkstätte.

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